Die Methode der Impressionisten wurde nie in verbindlichen Theorien festgehalten, sondern hauptsächlich mündlich weitergegeben. In den achtziger Jahren des 19. Jahrhunderts drückte sich jedoch in den Werken von Seurat, Signac und deren Anhängern der Versuch aus, eine theoretische Grundlage zu finden.

Die neuesten Erkenntnisse des Chemikers Chevreul über die Gesetze der Optik veranlassten Seurat zu glauben, dass es nun möglich war, Farbexperimente zu formalisieren und deren Wirkungen objektiv zu manipulieren, indem er an das Auftragen der Farbe streng methodisch heranging. Das Spektrum beziehungsweise der Farbkreis wurde zu seiner Bibel. Indem er die Bestandteile der Farben wieder zusammensetzte, konnte er die freien Techniken und empirischen Kombinationen, wie Monet sie so extrem verwendet hatte, endlich systematisieren.

PAUL SIGNAC, Félix Fénéon, 1890
Leinwand, 74 × 95 cm, New York, Museum of Modern Art

Paul Signac um 1889,
Kreidezeichnung von Georges Seurat

Auszug aus dem eBook:

Friedrich II. – Missbrauch eines Mythos – Richard von Weizäcker

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