Luigi Russolo, der Musik studiert hatte, widmete sich einige Jahre ausschließlich der Malerei.Ein größerer Genuss als die Musik von Beethoven, sagte er, seien die „Geräusche der Straßenbahn, des Explosionsmotors, der Wagen und der lärmenden Menge“. In diesem Sinne muss ein Bild wie das hier gezeigte: „Dynamismus eines Automobils“ verstanden werden.

Unter dem Ansturm eines Rennwagens, der von oben gesehen in rasender Fahrt nach links dahin braust, verformt sich die Atmosphäre zu einem Fächer aus keilförmigen Winkelformen mit rotglühenden Randzonen. Analog zu akustischen Schwingungen und Intervallen verformen sich Gegenstand und Umraum. Hier wird die Simultaneität verstanden als Durchdringung von Auto, Licht und Farbe.

Giacomo Balla, 1871-1958, Geschwindigkeit eines Autos, 1913
Öl auf Pappe, 59,5 x 97 cm, Mailand, Galleria d’Arte Moderna

Auszug aus dem eBook:

Friedrich II. – Missbrauch eines Mythos – Richard von Weizäcker

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