Vitale da Bologna – Der hl. Georg tötet den Drachen

Vitale da Bologna, Der hl. Georg tötet den Drachen, um 1350 
Tempera auf Holz, 88 x 70 cm
Bologna, Pinacoteca Nazionale“

Innerhalb der italienischen Malerei waren besonders zwei Kunstlandschaften für die Gotik empfänglich: in Oberitalien die Lombardei, in Mittelitalien die Toskana. Die ausgeprägtere Gotik des Nordens vermittelte Italien eine freiere, rhythmisierte Flächenbildung. Aber auch die italienische Malerei des 14. Jh.s wies parallele Erscheinungen auf.

Bereits Vitale da Bologna, das Haupt der emilianischen Schule des 14. Jh.s, vermochte seinen spannungsreichen Legendenerzählungen, etwa der hier gezeigten Szene mit dem Drachenkampf des hl. Georg, zu drastischer Vitalität und Vehemenz zu verhelfen, wie sie in der Emilia üblich war. Der schwungvollen Bewegung des jäh zurückfahrenden Pferdekopfes begegnet in der Gegenrichtung der konzentrierte Todesstoß der Lanze in den Schlund des Drachens; vor Anspannung und Erregung wird der Heilige beinahe aus dem Sattel geworfen.

Auszug aus dem eBook:

Friedrich II. – Missbrauch eines Mythos – Richard von Weizäcker

7,50 

Giuseppe Arcimboldo – Der Sommer

Giuseppe Arcimboldo,
Der Sommer, 1563. Öl auf Holz, 66,5 x 51 cm.,
Wien, Kunsthistorisches Museum

Durch Giuseppe Arcimboldo war neben Florenz, Parma und Rom auch in Mailand eine Sonderform der manieristischen Malerei entstanden. Zunächst hatte Arcimboldo noch Glasfenster und Teppiche entworfen, ehe er sich auf allegorische Porträts spezialisierte. Deren Gestalt setzt sich allein aus Naturelementen und Gegenständen des täglichen Gebrauchs zusammen. Große Bedeutung erlangte er durch seine Tätigkeit als Maler des Prager Hofes, wodurch er dem internationalen Manierismus zur Zeit Rudolphs II. völlig neue Impulse gab.

Das Bild „Der Sommer“ gehört zu einem Zyklus von Jahreszeiten, in denen die jeweiligen Früchte gleichsam collagehaft zu einem Brustbild zusammengefügt werden. Aus dem Naturvorbild entstand eine bizarre Kunstfigur. Auf dem Kragen und der Schulter des Strohgewandes signierte und datierte der Künstler seine surreale Kreatur.

Auszug aus dem eBook:

Friedrich II. – Missbrauch eines Mythos – Richard von Weizäcker

7,50