ALFRED SISLEY – Subtile Poesie flüchtiger Momente

Es gelang ihm, wetterbedingte Effekte verursacht durch Schneeschauer, Stürme, Nebel oder Überschwemmungen überzeugend darzustellen und dabei ganz exakt, jedoch mit subtiler Poesie die Stimmung eines flüchtigen Moments einzufangen. Damals setzte ihm allerdings die Armut schwer zu, er konnte seine Familie nur dürftig unterstützen. Und wäre da nicht Durand-Ruel gewesen, wäre Sisley ganz sicher untergegangen.

Von 1885 an stand er stärker unter Monets Einfluss und brachte jenen flackernden, schimmernden Ton auf seine Bilder, der so oft das Auseinanderbrechen und Sich-Auflösen alles Gegenständlichen in der Komposition bewirkt.

ALFRED SISLEY, Schnee in Louveciennes, 1878
Leinwand, 61 × 50 cm, Paris, Musée d’Orsay

Auszug aus dem eBook:

Friedrich II. – Missbrauch eines Mythos – Richard von Weizäcker

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ALFRED SISLEY – Fehlende Anerkennung zu Lebzeiten

Viele von Sisleys Bildern wirken durch ihre leicht melancholische Klarheit besonders faszinierend. Er bemühte sich nie um grandiose Effekte und arbeitete mit einer stark eingeschränkten Farbskala.

Deshalb hielt man ihn immer für einen weniger guten Impressionisten. Sicherlich besaß er nicht die Klasse von Monet oder Degas, aber er und Pissarro malten wahrscheinlich die friedlichsten und schönsten Landschaften unter den Impressionisten. Bilder, die heute jeder kennt und liebt. Allerdings war Sisley zu seinen Lebzeiten als Maler kaum anerkannt.

ALFRED SISLEY, Strohhaufen, 1891
Leinwand, 73,8 × 93,1 cm, Melbourne, National Gallery of Victoria

ALFRED SISLEY, Nebel in Voisins, 1874
Leinwand, 50 × 65 cm, Paris, Musée d’Orsay

Auszug aus dem eBook:

Friedrich II. – Missbrauch eines Mythos – Richard von Weizäcker

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Impressionisten waren an der Natur interessiert wie sie war und nicht wie sie sein sollte

„Die Künstler Monet, Renoir, Degas, Sisley und Pissarro traten 1874 mit einer Gruppenausstellung zum ersten Mal in Frankreich an die Öffentlichkeit. Das Revolutionäre an ihren Werken war nicht nur die neue Maltechnik, sondern auch, dass die Künstler ihre Bilder im Freien malten und statt Form oder Inhalt das Licht als einzige Richtlinie ihrer Kunst proklamierten. Sie wehrten sich gegen die Auffassungen, dass jedes Bild einen narrativen Inhalt besitzen solle.

Sie befreiten ihre Gemälde von jeglicher literarischen Bedeutung wie auch von der Vorstellung, dass eine Landschaft künstlich arrangiert werden müsse, um eine harmonische Ausgeglichenheit zu erhalten. Sie waren an der Natur interessiert wie sie war und nicht wie sie sein sollte. In den hier gezeigten Gemälden wie Monets „Die Seine bei Bougival“ (1869) oder Sisleys „Überschwemmung in Port-Marly“ (1876) konzentriert sich die Aufmerksamkeit ganz und gar darauf, wie Form und Farbe vom Spiel des Lichtes und der Atmosphäre beeinflusst werden.

Alle pittoresken Elemente wurden aus dieser Szene verbannt. Es ist, als blicke man auf einen Schnappschuss, der alles genauso wiedergibt, wie es im Moment des Fotografierens war.“

CLAUDE MONET
Die Seine bei Bougival, 1869
Leinwand, 63 × 91 cm
Manchester, New Hampshire, USA,

ALFRED SISLEY
Überschwemmung in Port-Marly, 1876
Leinwand, 48 × 61 cm
Rouen, Musée des Beaux-Arts

CHARLES-FRANÇOIS DAUBIGNY
Landschaft, 1854
Holz, 13,5 × 24,5 cm
Aargau, Aargauer Kunsthaus

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Friedrich II. – Missbrauch eines Mythos – Richard von Weizäcker

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