MONET – Erster Kontakt zur Freilichtmalerei

Monets erste wichtige „Kontaktaufnahme“ mit den Impressionisten erfolgte, als er 1858 in Le Havre Eugène Boudin kennenlernte. Es heißt, dass Boudin, ein Hafen- und Strandszenenmaler, einige Zeichnungen des jungen Monet im Schaufenster einer Papierhandlung entdeckte und diesen neuen Künstler daraufhin fragte, ob er ihn nicht auf seinen Malausflügen entlang der Küste begleiten wolle. Boudin brachte Monet somit zur Freilichtmalerei und half ihm auch dabei, die Feinheiten von Sonnenlicht und Wasser zu entdecken.

EUGENE BOUDIN, Pier und Werft von Trouville, 1863
Leinwand, 34,6 × 57,5 cm, Washington, National Gallery of Art

CLAUDE MONET, Le Quai du Louvre, 1867
Leinwand, 65 × 92 cm, Den Haag, Gemeentemuseum

CLAUDE MONET, Argenteuil, um 1872
Leinwand, 50,5 × 65 cm, Washington, National Gallery of Art

Auszug aus dem eBook:

Friedrich II. – Missbrauch eines Mythos – Richard von Weizäcker

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CLAUDE MONET – seine malerischen Experimente überschritten alle Grenzen

„Monets optischen Experimente überschritten leichtfüßig alle bisherigen Grenzen. Es war seine Idee, immer wieder dasselbe Motiv aus wechselnden Blickrichtungen, im sich wandelnden Licht und unter verschiedenen klimatischen Bedingungen darzustellen. 1877 nahm sich Monet ein brandneues Sujets vor, welches das Leben der Menschen zu Beginn des neuen Jahrhunderts zweifellos völlig veränderte – die Eisenbahn. Er malte eine ganze Serie herrlicher Bilder im Bahnhof St. Lazare und schaffte es, den Bahnhofsvorsteher davon zu überzeugen, dass er eine gefeierte Salonberühmtheit war.“

„Renoir erinnert sich: „Die Züge wurden angehalten, die Bahnsteige gereinigt und die Lokomotiven mit Kohle vollgestopft, damit sie so rauchten, wie Monet es wünschte.“ Den quellenden Dampf der Lokomotive unter der Brücke stellte er rauchblau dar. Auf dem Bild „Le Pont d’Europe“ erhaschen wir durch den wabernden Rauch einen Blick auf die Rue de Rome und auf Les Batignolles. Monet hat das eher unansehnliche Motiv eines Handelsdepots gemalt wie eine liebliche Landschaft in der Normandie. Bis zu jenem Zeitpunkt galt die Architektur der Schwerindustrie keinesfalls als Objekt für die schönen Künste. Monet setzte mit diesem Gemälde einen Präzedenzfall.“

CLAUDE MONET, Bahnhof St. Lazare, 1877
Leinwand, 75 × 104 cm, Paris, Musée d’Orsay

CLAUDE MONET, Bahnhof St. Lazare, Le pont de l’Europe, 1877
Leinwand, 64 × 80 cm, Paris, Musée Marmottan

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Friedrich II. – Missbrauch eines Mythos – Richard von Weizäcker

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Gründung und Ausstellung der ersten Impressionistengruppe

„Die Impressionisten hatten es hauptsächlich dem Kunsthändler Paul Durand-Ruel zu verdanken, dass sie ihre ersten Gemälde ausstellen durften. Durand-Ruel organisierte für sie zwischen 1870 und 1875 in seiner eigenen Galerie in London einige Ausstellungen. Wieder in Paris arbeiteten die Künstler einen regelrechten Schlachtplan aus, um ihre erste eigene Ausstellung außerhalb des Pariser Salon zu erhalten. Am 15. April 1874 eröffnete die Ausstellung der ersten Impressionistengruppe im Atelier des Fotografen Nadar an der Ecke des Boulevard Capucines.

Sie trug den nicht sehr rühmlichen Titel „Anonyme Gesellschaft von Künstlern, Malern, Graveuren etc.“. Von den dreißig Ausstellern hatten sich acht Künstler zu einer solidarischen Gruppe zusammengeschlossen: Monet, Renoir, Pissarro, Cézanne, Degas, Sisley, Boudin und eine einzige Frau, Berthe Morisot, eine Freundin Manets. Eines der gezeigten Gemälde war dazu bestimmt, der Ausstellung einen treffenden Namen zu geben: Es war von Monet und hieß „Impression: Sonnenaufgang“. Als Louis Leroy, der Kritiker des satirischen Magazins „Le Charivari“ dieses Bild sah, kreierte er das Wort „Impressionismus“ – und dies war alles andere als wohlgefällig gemeint.“

CLAUDE MONET
Impression, aufgehende Sonne, 1872
Leinwand, 48 × 63 cm
Paris, Musée Marmottan

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Friedrich II. – Missbrauch eines Mythos – Richard von Weizäcker

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„Lasst uns gehen, dieser Ort ist ungesund“, sagte Monet

„Der Geschmack der neuen Großindustriellen im damaligen Frankreich, die dem technischen Fortschritt ungeheure Reichtümer abgewonnen hatten, verlangte nach kulturellen Symbolen der Kontinuität und Stabilität. Er wurde hauptsächlich von dem Maler Ingres gelenkt, der als Präsident der Ecole des Beaux-Arts maßgeblich das ästhetische Denken beeinflusste und folgendes verkündete: „Klassische Figuren sind nur deshalb als schön zu bezeichnen, weil sie der Schönheit der Natur ähneln.

Die Natur wird immer schön sein, wenn sie schönen antiken Figuren ähnelt.“ Als Monet, Renoir, Sisley und Bazille in Paris die Malerei erlernten, mussten auch sie die Antike – griechische Büsten und Reliefs – studieren. „Lasst uns gehen, dieser Ort ist ungesund“, sagte Monet, „hier gibt es keine Ehrlichkeit.“ Die offizielle Kunst erschien ihnen wie eine Wachsmaske, die, sobald man sie entfernte, einen Mangel an geistigem Inhalt offenbarte. Sie klammerte sich zu sehr an die Vergangenheit, wobei ihr jeglicher geistiger Schwung fehlte.“

CLAUDE MONET
Frau mit Sonnenschirm, nach rechts gewandt 1886
Leinwand, 131 × 88 cm
Paris, Musée d’Orsay

CLAUDE MONET
Frau mit Sonnenschirm, nach links gewandt, 1886
Leinwand, 131 × 88 cm
Paris, Musée d’Orsay

CLAUDE MONET
Frau mit Sonnenschirm, nach links gewandt, 1886
Leinwand, 131 × 88 cm
Paris, Musée d’Orsay

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Friedrich II. – Missbrauch eines Mythos – Richard von Weizäcker

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Impressionisten waren an der Natur interessiert wie sie war und nicht wie sie sein sollte

„Die Künstler Monet, Renoir, Degas, Sisley und Pissarro traten 1874 mit einer Gruppenausstellung zum ersten Mal in Frankreich an die Öffentlichkeit. Das Revolutionäre an ihren Werken war nicht nur die neue Maltechnik, sondern auch, dass die Künstler ihre Bilder im Freien malten und statt Form oder Inhalt das Licht als einzige Richtlinie ihrer Kunst proklamierten. Sie wehrten sich gegen die Auffassungen, dass jedes Bild einen narrativen Inhalt besitzen solle.

Sie befreiten ihre Gemälde von jeglicher literarischen Bedeutung wie auch von der Vorstellung, dass eine Landschaft künstlich arrangiert werden müsse, um eine harmonische Ausgeglichenheit zu erhalten. Sie waren an der Natur interessiert wie sie war und nicht wie sie sein sollte. In den hier gezeigten Gemälden wie Monets „Die Seine bei Bougival“ (1869) oder Sisleys „Überschwemmung in Port-Marly“ (1876) konzentriert sich die Aufmerksamkeit ganz und gar darauf, wie Form und Farbe vom Spiel des Lichtes und der Atmosphäre beeinflusst werden.

Alle pittoresken Elemente wurden aus dieser Szene verbannt. Es ist, als blicke man auf einen Schnappschuss, der alles genauso wiedergibt, wie es im Moment des Fotografierens war.“

CLAUDE MONET
Die Seine bei Bougival, 1869
Leinwand, 63 × 91 cm
Manchester, New Hampshire, USA,

ALFRED SISLEY
Überschwemmung in Port-Marly, 1876
Leinwand, 48 × 61 cm
Rouen, Musée des Beaux-Arts

CHARLES-FRANÇOIS DAUBIGNY
Landschaft, 1854
Holz, 13,5 × 24,5 cm
Aargau, Aargauer Kunsthaus

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Friedrich II. – Missbrauch eines Mythos – Richard von Weizäcker

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„Lasst uns gehen, dieser Ort ist ungesund“, sagte Monet

Der Geschmack der neuen Großindustriellen im Frankreich des 19. Jahrhunderts, die dem technischen Fortschritt ungeheure Reichtümer abgewonnen hatten, verlangte nach kulturellen Symbolen der Kontinuität und Stabilität. Er wurde hauptsächlich von dem Maler Ingres gelenkt, der als Präsident der Ecole des Beaux-Arts maßgeblich das ästhetische Denken beeinflusste und folgendes verkündete: „Klassische Figuren sind nur deshalb als schön zu bezeichnen, weil sie der Schönheit der Natur ähneln. Die Natur wird immer schön sein, wenn sie schönen antiken Figuren ähnelt.“

Impressionisten waren an der Natur interessiert wie sie war und nicht wie sie sein sollte

Die Künstler Monet, Renoir, Degas, Sisley und Pissarro traten 1874 mit einer Gruppenausstellung zum ersten mal in Frankreich an die Öffentlichkeit. Das revolutionäre an ihren Werken war nicht nur die neue Maltechnik, sondern auch, daß die Künstler ihre Bilder im Freien malten und statt Form oder Inhalt das Licht als einzige Richtlinie ihrer Kunst proklamierten.

Sie  wehrten sich gegen die Auffassungen, dass jedes Bild einen narrativen Inhalt besitzen solle. Sie befreiten ihre Gemälde von jeglicher literarischen Bedeutung wie auch von der Vorstellung, dass eine Landschaft künstlich arrangiert werden müsse, um eine harmonische Ausgeglichenheit zu erhalten.. Sie waren an der Natur interessiert wie sie war und nicht wie sie sein sollte.

Alfred Sisley
Überschwemmung in Port-Marly, 1886
Leinwand, 48 x 61 cm
Rouen, Musée des Beaux-Art

Claude Monet
Die Seine bei Bourgival, 1869
Leinwand, 63 x 91 cm
Manchester
New Hampshire, USA,
Currier Gallery of Art

In  den hier gezeigten Gemälden wie Monets „Die Seine bei Bougival“ (1869) oder Sisleys „Überschwemmung in Port-Marly“ (1876) konzentriert sich die Aufmerksamkeit ganz und gar darauf, wie Form und Farbe vom Spiel des Lichtes und der Atmosphäre beeinflusst werden. Alle pittoresken Elemente wurden aus dieser Szene verbannt. Es ist, als blicke man auf einen Schnappschuss, der alles genauso wiedergibt, wie es im Moment des Fotografierens war.“ 

Der vorstehende Beitrag ist ein Auszug aus dem Buch:

IMPRESSIONISMUS erschienen als Tablet Art Edition bei Serges Medien in dem einige der schönsten Meisterwerke jener Epoche vorgestellt und historische Zusammenhänge darstellt werden.

7,50 

Friedrich II. – Missbrauch eines Mythos – Richard von Weizäcker